Chia-Samen

Die Natur braucht keine Verbesserung. Auf kaum irgendetwas trifft dies so zu wie auf die Samen der Salvia Hispanica, wie Chia botanisch korrekt heißt. Die kleinen Körnchen strotzen nur so vor

  • Vitaminen
  • Mineralien
  • Ballaststoffen
  • Proteinen und
  • OmegaFettsäuren 

(genaue Nährwerte hier). Damit gelten Chia-Samen als natürliche Vielseitigkeitskünstler im Gesundheitsbereich. Sie unterstützen

  • das Herz-Kreislauf-System
  • den Muskelaufbau
  • die Funktionsfähigkeit des Gehirns und
  • liefern Vegetariern und Veganern wertvolles Eiweiß
  • Außerdem steigern sie das allgemeine Wohlbefinden.

So ganz nebenbei helfen sie (und das macht sie in der heutigen Zeit ganz besonders beliebt) auch beim Abnehmen.

Das liegt daran, dass sich die Kleinen auf etwa das Siebenfache ihrer ursprünglichen Größe aufplustern, wenn man ihnen genügend Flüssigkeit zum Quellen gibt. Mit dem daraus entstandenen Chia-Gel lassen sich allerlei köstliche Speisen zubereiten, die dem Magen durch das wundersam gewachsene Volumen vorgaukeln, mehr Energie bekommen zu haben als ihm tatsächlich zugeführt wurde.

Chia-Samen im Größenvergleich: Nach einer kurzen Zeit im Wasser beginnen die Körner zu quellen und werden bis zu sieben Mal größer als zuvor
Chia-Samen im Größenvergleich: Nach einer kurzen Zeit im Wasser beginnen die Körner zu quellen und werden bis zu sieben Mal größer als zuvor (links: aufgequollen, rechts: Originalzustand; die Schüsseln sind gleich groß!)

Was steckt drin?

Antioxidantien

Da sind zunächst mal die Antioxidantien, von denen die Chia-Samen mehr besitzen als die bereits blendend ausgestatteten Blaubeeren. Antioxidantien sind beispielsweise die Vitamine C und E sowie Flavonoide. Sie fangen Freie Radikale in unseren Körperzellen ab.

Ballaststoffe

Auch reichlich Ballaststoffe stecken in den Chia-Samen. Diese bringen unseren Körper auf Trab, indem sie den Cholesterin- und Kohlehydratabbau in unserem Organismus ankurbeln.

Vitamine

Die Vitamine B1, B3 und E stärken unsere Nerven. B3 sorgt zudem für gute Haut, straffes Bindegewebe und starke Muskeln. Als Antioxidantium beteiligt sich das Vitamin E zusätzlich an der Jagd auf die Freien Radikale in unserem Körper.

Mineralstoffe

An Mineralstoffen hat Chia gleich eine ganze Sammlung zu bieten: Calzium, Eisen, Kalium, Kupfer, Magnesium, Phophor und Zink sind in den Kraftkörnern enthalten.

 

Für wen ist Chia geeignet?

Chia-Samen eignen sich bis auf einige Ausnahmen für alle, die sich gesundheitsbewusst ernähren wollen, und aufgrund ihres hohen Eiweißgehalts ganz besonders für (Leistungs-)Sportler, Veganer und Vegetarier sowie für Abnehmwillige, die ein paar überflüssige Pfunde loswerden wollen. Wegen seiner zahlreichen Nährstoffe und der Fähigkeit, ein Vielfaches seines eigenen Volumens an Flüssigkeit zu speichern, sorgt Chia für ein anhaltendes Sättigungsgefühl. Auf diese Weise lassen sich Heißhungerattacken vermeiden oder doch zumindest ausbremsen. Denn die Samen quellen nicht nur in der Schüssel, sondern auch in unserem Körper. Damit sie ihre Arbeit auch ordentlich erledigen können, ist es hier noch wichtiger als sonst, ausreichend zu trinken.

 

Wie isst man Chia?

Rezept Chia-Samen im Wasser
Chia-Samen lässt man im Wasser quellen – und hat so schon das Basis-Rezept

Chia-Samen riecht nach nichts und schmeckt nach nichts, weswegen er grundsätzlich schon einmal zu allem passt. Seine komplette Wirkung entfaltet er jedoch nur, wenn er bereits vor der Einverleibung quellen darf. Er sollte also entweder einem Gericht mit entsprechendem Flüssigkeitsgehalt (Suppe oder Salatsoße) hinzugefügt oder vorher zu einem Gel angesetzt werden. Dazu löst man einen Esslöffel mit Chia-Samen (entspricht in etwa der von der EU empfohlenen Tagesration von 15 Gramm) in der sechsfachen Menge an Flüssigkeit auf – zum Beispiel in Wasser, Milch oder in veganen Milchgetränken. Besonders Eilige können das Gel schon nach 15 Minuten verwenden. Besser sind jedoch zwei Stunden, wobei Milch während dieser Zeit natürlich im Kühlschrank stehen sollte. Extrem Ungeduldige können die Chia-Samen auch trocken essen, dann aber ordentlich Wasser hinterhertrinken.

 

Woher kommt Chia?

Die Körnchen, die sich auch bei uns seit einiger Zeit großer Beliebtheit erfreuen, sind die Samen der bis zu zwei Meter hohen Chia-Pflanze (Salvia Hispanica). Diese wurde ursprünglich nur in Mittelamerika kultiviert, besonders in Guatemala und Mexiko, wo der Name des Bundesstaats Chiapas auf das Lippenblütler-Gewächs zurückzuführen ist. Bevor die Spanier den Kontinent eroberten, war Chia neben Mais, Amaranth und Bohnen eines der Hauptnahrungsmittel der Mayas und Azteken. Im Süden Mexikos, dem heutigen Chiapas, opferten die Mayas schon ungefähr 3.500 v. Chr. aus Dankbarkeit für eine gute Ernte Ihren Göttern Chia-Samen.

Die Azteken nutzten Chia für ihre Ernährung, als Medizin und für die Herstellung von Schönheitsmitteln. Reisende und vor allem auch Krieger profitierten von Proviant, der aus den nahrhaften Samen zubereitet wurde. Ein typisches Gericht bestand zum Beispiel aus gerösteten Amaranth- und Chia-Samen mit Agaven-Honig und Maismehl. Die europäischen Invasoren zerstörten diese uralte Kultur. Jahrhunderte nach der Conquista wurden einige dieser wertvollen Naturprodukte zum Glück wiederentdeckt und sind nun Bestandteil einer bewussten Ernährung.

Auch heute noch wird Chia hauptsächlich in Lateinamerika angebaut, wo die Pflanzen wegen der klimatischen Bedingungen am besten gedeihen. Durch die weltweit gestiegene Nachfrage kommen aber stetig neue Anbaugebiete hinzu wie beispielsweise in China, Indien und Australien. Bislang stammen die meisten in Deutschland erhältlichen Chia-Samen aus Mexiko, Guatemala, Bolivien, Paraguay und anderen lateinamerikanischen Ländern.

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